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Recht

Blogger – Gewerbe oder freier Beruf

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Bevor du mit dem Blog startest, gibt es noch ein paar trockene und vielleicht weniger angenehme Dinge zu klären. Wenn du schon die Fragen beantwortet hast, über welches Thema du bloggen möchtest und wie du dies angehen möchtest, kommt der nächste Schritt. Möchtest du dich mit dem Blog nebenberuflich selbstständig machen oder sogar hauptberuflich Blogger sein? Dann sind Versicherungen abzuschließen und Anmeldungen beim Gewerbeamt als Gewerbebetreibender oder Freiberufler notwendig. In diesem Artikel möchte ich dir ein paar Informationen zum Thema Steuern und Versicherungen geben, die du unbedingt vor dem Start deines Blogprojektes beachten musst. 
 
Disclaimer: 
Ich bin weder Rechtsanwalt noch Steuerberater. Alle Informationen, die du hier findest stammen aus meiner eigenen Erfahrung. Ich übernehme keine Haftung jeglicher Art. Wenn du vor dem Start deines Blogprojektes unsicher bist, wie du dich vor den Behörden richtig zu verhalten hast, solltet du einen Rechtsanwalt oder Steuerberater konsultieren. Anderenfalls können dir auch die freundlichen Mitarbeiter beim Gewerbeamt helfen. 

Wer muss anmelden?

 
Sobald du mit dem Blog einen Gewinn beabsichtigst, handelst du gewerblich und musst einen Blog als Gewerbe anmelden. Im Grunde muss jeder Blog angemeldet werden, der nicht rein privater Natur ist. Mit rein privaten Blogs sind die gemeint, die wirklich nur für Angehöre des Bloggers verfasst werden, manchmal haben diese sogar eine Zugriffssperre. Die Menschen, die die Artikel lesen dürfen verfügen über ein Passwort, mit dem sie die Beiträge sehen können. Alle anderen Blogger kommen früher oder später an einen Punkt, wo Firmen auf sie aufmerksam werden und eine Zusammenarbeit wünschen oder auch nur ein Produkt zusenden wollen. All diese Blogger sollten sicherheitshalber ein Gewerbe anmelden. 
 
Ganz oft meinen Blogger, dass sie privat bloggen und kein Geld für ihre Arbeit erhalten, sich aber um Produktzusendungen bemühen und auch erhalten. Auch wenn kein Geld fließt, handelst du in diesem Sinne gewerblich. Daher musst auch du ein Gewerbe anmelden. Mal ganz davon abzusehen, dass Produktzusendungen als Geldwertervorteil beim Finanzamt zu bewerten sind und damit abgesteuert werden müssen. 
 
 

Berufsgruppe Blogger?

 
Worunter fällt aber nun die Arbeit eines Bloggers/Influencers? Diese Berufsgruppe ist in Deutschland immer noch sehr neu und damit schwer einzustufen. Sind Blogger Gewerbebetreibende oder Freiberufler? 
 
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Wer kann sich als Freiberufler anmelden? 
Die Kategorie als Freiberufler ist für bestimmte Tätigkeiten reserviert, eine große Gruppe von Selbständigen zählt in Deutschland zu den Freiberuflern. Um dich als Freiberufler anmelden zu können, musst du bestimmte Kriterien erfüllen. Insbesondere rechtliche und steuerrechtliche Fragen solltest du vor demStart klären. 
 
Grundsätzlich gilt, dass Freiberufler wissenschaftliche, künstlerische, erzieherische oder schriftstellerische Tätigkeiten ausüben, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Du kennst Ärzte, Architekten, Journalisten und Rechtsanwälte, dies sind Beispiele der Berufsgruppe. Neben den sogenannten Katalogberufen haben sich ähnliche Freie Berufe etabliert wie z. B. auch Werbetexter, Raumgestalter, Schriftsteller u. v. m. Es empfiehlt sich Rücksprache mit einem Steuerberater oder Anwalt zu halten, damit der Status Freiberufler eindeutig geklärt werden kann. Beim Finanzamt kannst du eine verbindliche Auskunft beantragen.  Freiberufler ist in der Verbindung mit einem Blog eine Art Grauzone, denn es ist schwierig, sich dieser Kategorie einzustufen. Um dich und die Arbeit an deinem Blog in diese Kategorie einzuordnen, muss eine fachliche Qualifikation vorliegen, das heißt, eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium im publizistisch journalistischem Bereich. Bei Freiberuflern muss das Kriterium der kreativen oder schöpferischen Eigenständigkeit vorliegen. Ich finde, dass du als Blogger auch in diese Kategorie abzustufen bist, denn auch deine Arbeit ist als künstlerische oder schriftstellerische Tätigkeit einzustufen, allerdings musst du eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium vorweisen. Es gibt wenig Blogger, die sich als Freiberufler anmelden konnten. 
 
Am Ende entscheidet sowieso das Finanzamt, ob man als Freiberufler eingestuft werden kann und hier entscheidet jedes Finanzamt anders. 
 
Ist das bei dir eindeutig und du bist als Freiberufler gemeldet, dann verzeihe mir bitte, ich habe keine Erfahrungen damit. Ich weiß, dass du dann mit der Künstler Sozialkasse zu tun hast. 
 
Chris ist Bloggerin und als Freiberufler eingestuft. Sie hat auf Ihrem Blog einen Artikel verfasst, indem sie näher auf  das Thema Freiberufler und Blogger eingeht. 
 

Muss ich mein Gewerbe anmelden?

 
Im Gesetz ist dies sehr gut definiert, denn laut § 15 Abs. 2 EStG ist eine gewerbliche Tätigkeit an den folgenden Punkten zu erkennen: 
 
Man muss selbstständig tätig und für die eigenen Entscheidungen verantwortlich sein. 
 
Ein Gewerbe muss nachhaltig sein und damit langfristig angelegt werden. 
 
Man muss Geld verdienen wollen, sei es auch nur die Zusendung von Produkten. 
 
Man handelt mit anderen Unternehmen und selbständigen Waren und Leistungen. 
 
Sind einige dieser Punkte gegeben, ist eine Gewerbeanmeldung notwendig. 
 
Die meisten Blogger haben ein Kleingewerbe angemeldet. Damit ist im Grunde mehr als eindeutig, dass du als Blogger ein Gewerbe betreibst.
 
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Wann muss man sich anmelden? 

 
§ 14 der GewO besagt, dass das Gewerbe mit der Aufnahme der Tätigkeit anzumelden ist. Wenn du also dein Blogprojekt starten möchtest, mit dem Ziel später damit Geld zu verdienen, dann müsstest du die Gewerbeanmeldung sofort vornehmen. Du kannst aber auch deinen Blog erstellen und schauen, was du damit tust. Wenn du dein Gewerbe später anmeldest, ist es aus persönlicher Erfahrung nicht sehr schlimm. Spätestens wenn du Affiliate-Links oder Google AdSense und andere Plattformen verwendest, muss die Anmeldung erfolgen. 
 
Die Anmeldung ist nicht sehr kompliziert. Manche Ämter bieten die Möglichkeit an, online ein entsprechendes Formular auszufüllen und einzusenden. Andernfalls kannst du auch persönlich zum Gewerbeamt gehen. Das Formular ist einseitig und beinhaltet Fragen zu deiner Person und deinem Unternehmen. Ein Laie kann das Formular auch hervorragend alleine ausfüllen. Die Anmeldung kostet zwischen 20 und 40 EUR und ist von jeder Gemeinde selbst zu bestimmen. 
 

Was passiert nach der Anmeldung? 

 
Vom Gewerbeamt bekommst du dein Formular, welches du mit deinen Daten ausgefüllt hast, gesiegelt und unterschrieben zurück. Das ist dann dein Gewerbeschein, welchen du sicher bei deinen Unterlagen aufbewahren musst. 
 
Hin und wieder gibt es Messen, bei denen du dich anmelden möchtest, die aber nur Gewerbebetreibende zulassen. Dort ist dann die Vorlage deines Gewerbescheins notwendig. 
 
Nach ein paar Wochen erhältst du noch Post vom Finanzamt. Viele denken, dass sie gleich ihre Steuererklärung machen müssen. Dem ist nicht so. Das Finanzamt sendet dir lediglich einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zu. Hier sind deine Daten und die deines Betriebes anzugeben. Falls vorhanden musst du hier auch die Zahl deiner Mitarbeiter angeben. Auch dieses Formular erforder kein gesondertes Wissen.  Wenn du das Formular zurückschickst, erhältst du vom Finanzamt eine Steuernummer für deine Rechnungen. 
 
Als Kleinunternehmer erhältst du auch noch Post von der IHK und der Berufsgenossenschaft. Keine Sorge, solange du nicht viel verdienst, musst du hier auch keine Zahlungen leisten. Dennoch bist du Mitglied der IHK. Eigentlich ganz spannend, denn so erhältst du Informationen über Veranstaltungen in deiner Nähe und kannst dich sogar dafür anmelden. 
 
Damit ist der erste Schritt deiner Selbständigkeit getan. Dein Gewerbe ist angemeldet und du bist beim Finanzamt steuerlich erfasst worden. Die einzigen Kosten, die in diesem Sinne anfallen sind die 20 bis 40 EUR die beim Gewerbeanmt anfallen. Du hast deinen Gewerbeschein und somit bist du auf der sicheren Seite für deinen Blogstart. 
 
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